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GEMA rechnen

Die GEMA hat es mal wieder geschafft: Innerhalb kürzester Zeit das sowieso schon schlechte Image nochmal richtig runter zu ziehen. Schuld ist diesmal die neue Tarifstruktur, welche ab dem 1.1.2013 in Kraft treten wird. Aus insgesamt 11 Tarifen werden nun zwei: Ein Tarif für Musik aus der Konserve und ein Tarif für Live-Musik.

Die GEMA an sich ist ja erstmal grundsätzlich nichts schlechtes: MusikerInnen und TexterInnen stellen Musik her und möchten damit natürlich auch etwas Geld verdienen, wenn die Songs im Radio, in der Disco, in Clubs und Kneipen oder im Supermarkt oder im Fahrstuhl laufen. Da es ein enormer Aufwand wäre mit jeder/m UrheberIn einzeln Verträge zu verhandeln und abzuschließen, gibt es eine Gesellschaft, die das organisiert. Entsprechend werden Gebühren an die GEMA bezahlt und auch Playlisten geführt, um halbwegs eine angemessene Verteilung hinzubekommen.

Mit der neuen Tarifstruktur, die nun alles einfacher machen soll hat die GEMA es nun geschafft Discotheken- und ClubbetreiberInnen gegen sich aufzubringen. Der Grund: Eine Vervielfachung der Gebühren – und das teilweise um das Zehnfache. Und der Protest wird immer lauter gegen die neue Struktur.

Dabei wird leicht übersehen: Live-Konzerte in kleinen und mittleren Einrichtungen mit moderaten Preisen profitieren von dem neuen Tarif. Hunderte Konzerte allein in Gelsenkirchen würden weniger belastet werden. Eine Einrichtung zwischen 100 und 199 m² mit einem Eintrittspreis in Höhe von 3 € wird ab 2013 statt 127,20€ nur noch 60€ an die GEMA abführen müssen.  Eine Einrichtung zwischen 500 und 599 m² müsste bei 3€ Eintritt statt 267,70€ nur noch 150€ abführen müssen und selbst große Veranstaltungsräume zwischen 900 und 999m² müssten bei 5€ Eintritt statt 583,90€ ab 2013 nur noch 500€ bezahlen.
Wer also behauptet die neue Tarifstruktur würde zu Mehrbelastungen führen, der hat noch nicht verstanden, dass die neue Struktur zwei Tarife umfasst. Worum es in diesem Protest geht ist eigentlich insbesondere der Tarif M-V, der Tarif für Musik aus der Konserve.

Aber auch hier gibt es durchaus Licht und Schatten. Selbst ClubbetreiberInnen streiten ja nicht ab, dass die UrheberInnen von Musik für ihre Arbeit auch entlohnt werden müssen. Es ist schwer nachzuprüfen wie es zur Zeit aussieht, aber es kursieren die Zahlen, dass im Moment lediglich 1,3% der Eintrittsgelder an die KünstlerInnen gehen – und das obwohl die Einnahmen nur auf Grund der Musik zu stande kommen. Hier will die GEMA nun mit der neuen Tarifstruktur ran und insgesamt 10% der Eintrittsgelder für die KünstlerInnen rausholen.

Dies führt natürlich zu riesigen Erhöhungen. Wenn die DEHOGA bemängelt, dass nun ein Club statt knapp unter 10.000 € im Jahr nun über 90.000 € zahlen muss, zeigt dies natürlich die drastischen Erhöhungen sehr deutlich – rechnet man nun aber aus, dass der gleiche Club im Jahr Eintrittsgelder von rund einer Million Euro einnimmt, wirkt dies natürlich wieder ganz anders.

Eines der größten Probleme an dem neuen Tarif ist neben den teilweise dämlichen Zuschlägen (z.B. für Veranstaltungen länger als 5 Stunden, Musik vom Laptop etc.) vor allem die Tatsache, dass die Gebühren sich immer noch nicht wirklich an den Einnahmen richten: Es zählen Größe und höchster Eintrittspreis. Hier wäre die GEMA gut beraten, die Gebühren an den tatsächlichen Einnahmen durch Eintrittsgeldern zu orientieren. Damit schafft man ein wirklich gerechten Tarif.



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