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junGE Kultur?

Vom 3. auf den 4. Juli findet im Rahmen der Kulturhauptstadt die „Lange Nacht der Jugendkultur“ statt. Auf der Website zur Kulturhauptstadt Gelsenkirchen beginnt der Bereich Jugendkultur mit den Sätzen „Das Thema Jugendkultur hat im Kulturhauptstadtprogramm einen wichtigen Stellenwert und zeigt sich u. a. mit dem Street-Art-Festival, dem Jugendkulturpreis-Festival und – besonders – der „Nacht der Jugendkultur“.“

Doch wie sieht ehrlich betrachtet die Realität aus? Ende 2009 stand die Teilnahme Gelsenkirchens bei der „Nacht der Jugendkultur“ noch auf der Kippe. Im Ausschuss für Kultur und Tourismus musste man eingestehen, dass es noch nicht wirklich Dinge gebe und man im Grunde auch so gut wie keine Kontakte in die Szene habe.

Schon irgendwie ein Armutszeugnis, aber Ergebnis des Stellenwertes junger Kultur bei der Stadt Gelsenkirchen. Wer über junge Kultur in Gelsenkirchen nachdenkt, dem fällt vielleicht noch das Consol Theater und das Probezentrum Consol4 direkt daneben ein. Wer etwas länger nachdenkt, dem fallen noch ein paar Einrichtungen wie das Spunk oder das LaLok Libre und das Paul-Loebe-Haus von den Falken und das Café der evanglischen Jugend ein, evtl. noch der Newcomer-Contest der Mobilen Jugendarbeit – aber dann ist irgendwie auch Ende.

Bewegung in den Vorbereitungen der „Langen Nacht der Jugendkultur“ kam auch erst auf Nachfragen von Max Brandt (sachkundiger Bürger im Ausschuss) und mit der Arbeitsaufnahme von Claudia Keuchel, die von der Stadt Unna zur Stadtverwaltung nach Gelsenkirchen gewechselt hat. Insbesonders Frau Keuchel tat das, was bisher eigentlich nicht der Fall war: Es wurde persönlich Kontakt aufgenommen, Orte besichtigt über die Arbeit und die Probleme gesprochen. Heraus kamen nun doch zumindest vier Veranstaltungen auf Gelsenkirchener Stadtgebiet: Bang Bang Gelsen im Amphitheater, Nacht der Bands am AvD, MädchenKult(ur) im Mädchengarten und Europäische Jugendkultur On Street im LaLok Libre.

Dass es auch anders geht zeigt dieses Beispiel: Etwas länger in Vorbereitung und mit Beteiligung Gelsenkirchener Einrichtungen wurde das Festival „Kray or die“ organisiert. Das Spunk und das Ücky aus Ückendorf, die evangelische Jugend Rotthausen, sowie das Julius-Leber-Haus der AWO aus Kray, dem Gecko und der Jugendhilfe Essen gGmbH konnte eine Veranstaltung organisiert werden, die sich sehen lassen kann und das Potential hat, zur größten Veranstaltung zu werden: BMX- und Skate-Contest, Grafitti-Bereich, Live-Rollenspiel, Poetry-Slam, Hip-Hop-Shows und Nachwuchsbands auf der Bühne, Cocktail-Bar mit Kursen, Capoeira, Feuershow, Parkour-Show mit Training und natürlich Essen und Trinken – also echt ein riesen Programm im Volksgarten Kray an der Stadtgrenze zu Gelsenkirchen und Bochum-Wattenscheid. Dies war aber nur möglich durch rechtzeitige Kontaktaufnahme und die Beschaffung von Geldern für Technik etc.

Hier hat die Stadt Gelsenkirchen dies leider verpennt. Junge Kultur scheint aber bisher eh keine große Rolle gespielt zu haben, wenn man zugeben muss, dass es kaum Kontakte gebe. Hoffentlich ändert sich das nun…



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